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Wichtige Informationen für Unternehmenskunden zu Telekom All-IP-Anschlüssen

von Jan Reichelt (Kommentare: 0) #Telekom #Telefon #AllIP #VPN #Firewall #UTM #DeutschlandLAN

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Ergänzung zu unserem Artikel
Telekom-Umstellung auf IP-basierte Anschlüsse für Geschäftskunden vom 04.02.2015

Aktuell werden von der Telekom für kleine Business-Kunden (Kunden ohne persönlichen Betreuer) All-IP-Anschlüsse angeboten, welche im Regelfall günstiger sind als die bisherigen Anschlüsse mit ADSL & ISDN.

Aus gegebenen Anlass haben wir uns bei der Telekom ausführlich zu dem Thema informiert, um zu klären, ob bisher und auch zukünftig weiterhin sichere Internetzugänge mit UTM-Firewall-Funktionalität sowie die bisher auch immer wieder eingesetzten Mehrwertfunktionen wie VPN (IPSec, OpenVPN) oder Clientless-VPN etc. bereitgestellt werden können.

Speziell hat uns dies interessiert, da viele kleine und mittlere Unternehmen mit geringem Bandbreiten- oder Uploadbedarf  auch bisher erfolgreich auf ADSL-Anbindung setzen statt teurere Anschlüsse wie SHDSL oder Richtfunk einzusetzen (welche durchaus ihren Preis wert sind).

In gegebenen Fällen wurde Kunden von der Telekom Business-Beratung für kleine und mittlere Unternehmen ein Wechsel von sowohl Kabel-BW-Business (unitymedia) als auch Telekom ADSL mit ISDN auf ALL-IP (z.B. DeutschlandLAN IP Voice/Data) angeboten. Die Infrastruktur, welche bisher aus einer UTM-Firewall als Gateway-Router inkl. der Mehrfunktionen wie VPN etc. genutzt wurde, würde dadurch nicht gestört und könnte ebenso weiter betrieben werden.

Wir rieten beiden Kunden vorerst von diesem Weg ab und nahmen es uns als Aufgabe mit, nochmals mit der Telekom abzuklären, ob sich entgegen unserem Wissensstand zwischenzeitlich etwas neues ergeben hat und die versprochenen Funktionen wirklich so eingesetzt werden können, da dies bisher nicht möglich war. 

Ein erster Anruf bei der zuständigen Hotline der Telekom für kleine und mittlere Unternehmen unter 0800-3301300 unter der Auswahl “Beratung“ führte uns zu Frau Klein, welche nach unseren ersten Fragen auf die Webseite http://router-faq.de verwies, bei der es sich um keine offizielle Telekom-Seite handelt. Nachdem wir ihr mitteilten, dass eine fundierte Aussage benötigt wird und wir uns keine Informationen aus zweiter Hand suchen möchten, wurden wir zur Störungsstelle durchgestellt.

Hier erwartete uns zum Freitagmittag die sehr freundliche und motivierte Mitarbeiterin, Frau Brahms, welche im ersten Moment ihre Standards “kein Routerzwang, aber dann auch kein Support“ etc. wiedergab.

Nach nochmaliger, genauerer Situationsbeschreibung telefonierte sie zuerst mit den Kollegen für Endgeräte der Typen “Speedport“, welche offiziell von der Telekom als Endgeräte für Privatkunden definiert werden. Anschließend telefonierte sie ebenfalls mit den Kollegen vom internen “Zyxel“-Support, welche wiederum als Business-Endgeräte eingesetzt werden.

 

Fazit:

Beide von der Telekom bereitgestellten Routertypen können nicht als DSL-Modem umkonfiguriert werden und gleichzeitig Telefoniefunktionen bereitstellen. Doch nur dann kann eine UTM-Firewall die ADSL-Einwahl (PPPoE) vornehmen und aus dem Internet erreichbar sein. Und nur, wenn der Router bzw. das Modem des Internetzugangsproviders es unterstützt, kann gleichzeitig der Telefonanschluss für eine bisher vorhandene oder zukünftig eingeplante TK-Anlage per ISDN-S0-Anschluss bereitgestellt werden.

Diese Konfiguration ist so nicht unüblich, da sie, trotz unterschiedlicher Technologie, in der groben Struktur aktuellen Kabel-BW-Businessanschlüssen mit einer Fritz!Box entspräche.

Es kann also abschließend gesagt werden, dass zum aktuellen Zeitpunkt eine Umstellung oder Neubeantragung von All-IP-Anschlüssen für Geschäftskunden den zukünftigen Einsatz von Sicherheits- und Kommunikationslösungen wie UTM-Firewalls nicht oder nicht mehr ermöglichen würde, wodurch der Mehrwert einer sicheren Internetanbindung durch ein UTM-Firewall-Gateway nicht mehr gegeben wäre.

Als einzige alternative Lösung können wir aus Erfahrung die Anbindung für das Internet über einen dedizierten Anschluss mit fester IP (z.B. ADSL, VDSL, SHDSL, Richtfunk) sowie die Buchung eines zusätzlichen und autarken Anschlusses für die Telefonie empfehlen.

Allen Entscheidern in Unternehmen raten wir vor einem Vertragsabschluss bzw. der Beauftragung zum Wechsel auf All-IP (von der Telekom gerne als “Tarifwechsel“ bezeichnet) zu einem Gespräch mit dem betreuenden IT-Dienstleistungsunternehmen.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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